Fructoseintoleranz Kindergeburtstag

Kindergeburtstag im Bauch

Gestern hatte mein Sohn seinen 8. Geburtstag. Volles Programm. Er hat sich ein Obst und Marmeladen Frühstück gewünscht! Den Geburtstagskuchen haben wir am Vortag zusammen gebacken, volle Ladung Zucker. So viel Zuckerguss wie auf einen Kuchen nur drauf passt und so viel Marzipan wie man zusätzlich noch irgendwie dazu gebastelt bekommt! Natürlich gab es auch Süßigkeiten ohne Ende. Schaumküsse, Gummibärchen, Colaflaschen, Schokolade… von den Zuckergetränken ganz zu schweigen, Fanta, Sprite, Orangensaft… für die Erwachsenen Prosecco und am Ende noch Pizza und Eis!

Das klingt wie ein ganz normaler Kindergeburtstag, mag sich der ein oder andere denken. Ja, das war er auch. Aber mein erster Kindergeburtstag nach der Diagnose Fructoseinteroleranz. Und jeder Fructoseintolerante weiß, dass all die genannten Dinge ein absolutes No Go sind. Zum Haare raufen, zum davon laufen!

77 Tage nach der Diagnose Fructoseintoleranz stand also der erste Kindergeburtstag an. Mein erster Kontakt mit Süß seit 77 Tagen Abstinenz! 77 Tage so gut wie gar kein Obst, von Marmelade und süßen Getränken ganz zu schweigen. 77 Tage kein Kuchen, 77 Tage kein Gummibärchen oder Schokolade. 77 Tage habe ich auf jeden Pieps gehört, den mein Bauch nach der Nahrungsaufnahme gemacht hat. 77 Tage lang strengste Kontrolle, über das was ich zu mir genommen habe. 77 Tage lang kurz vorm durchdrehen.

Aber nicht gestern. Gestern hatte mein Sohn Geburtstag und ich wollte einen Tag lang mal nicht mehr fructoseintolerant sein. Einen Tag einfach nur Kindergeburtstag!

Ganz abschalten konnte ich meinen Kopf nicht. Ich habe mich im Vergleich zu früher sehr zurück gehalten. Aber ich habe es immerhin versucht. Okay, ein Schaumkuss schmeckt einfach nur halb so gut, wenn man weiß, was er für Folgen haben könnte… aber ich habe gestern versucht, mir immer wieder einzureden, dass es diese Diagnose niemals gegeben hat. Die haben sich getäuscht und mir nur etwas eingeredet.

Also habe ich von allem probiert. Alles, was mir 77 Tage lang versagt war. Von morgens halb zehn bis abends halb acht… einfach alles, nur nicht fructosefrei!

Abends dann, als alle weg waren, die Bude wieder halbwegs hergerichtet, saß ich dann mit meinem Prosecco-I-Tüpfelchen auf der Couch. Der Bauch gluckerte bereits die Geburtstagslieder nach und da kam es das schlechte Gewissen. Warum habe ich das gemacht? Warum? Da war sie wieder die Realität, der Kindergeburtstag und der Zuckerrausch schlagartig zu Ende. Die haben sich nicht getäuscht. Es ist wahr. Zuckerorgien darf es so nicht mehr geben. Kindergeburtstag ade.

Heute wird also der Rest der Wohnung geputzt und diese Woche mal wieder fructosefrei gegessen, bis sich Magen und Darm wieder erholt haben. Ein Glück, der nächste Kindergeburtstag steht erst im Oktober an… mal sehen, ob ich bis dahin schlauer geworden bin! Fructoseintolerant werde ich vermutlich immer noch sein.

Eure Sabine

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