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Schwangerschaft und Fructoseintoleranz – ein Interview

Kürzlich wurde ich von einem Online Magazin zu einem Inteview gebeten. Kennt ihr das Face2Face Magazin? Chefredakteurin Tatjana Gartner hatte viele Fragen an mich zum Thema Schwangeschaft und Fructoseintoleranz.

Da ich selbst schon lange vor hatte, einen Bericht über Fructoseintoleranz in der Schwangerschaft zu schreiben, hat es mir besonders Spaß gemacht, mich mit diesem Thema zu befassen.

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Das Interview zu unterschiedlichen Ernährungsformen in der Schwangerschaft wird heute am 6. Januar auf www.face2face-magazin.de veröffentlich. Außer mir wurde unter anderem eine Veganerin und eine Vegetarierin zu ihrer Ernährung in der Schwangerschaft befragt.

Ihr, meine Leser, bekommt schon heute mein komplettes Interview zu Schwangerschaft und Fructoseintoleranz – ungeschnitten und ganz exklusiv!

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  1. Wie heißt du, wie alt bist du und wo wohnst du? Ich heiße Sabine, wurde 1977 in München geboren und wohne auch dort.

  2. Wie alt ist/ sind dein/e Kind/er und wie heißt es bzw. wie heißen sie? Sind sie gesund? (Ich hoffe es sehr!)Meine beiden Söhne sind fast 9 und 10 Jahre alt. Beide sind gesund und haben keine bekannte Intoleranz oder Allergie.

  3. Seit wann weißt du von deiner Fructoseintoleranz (bitte zeitlich auch an deinen Schwangerschaften festmachen) und wie äußert sich diese?Im Dezember 2017 habe ich endlich die Diagnose Fructoseintoleranz erhalten. Nach der ersten Schwangerschaft (2008) habe ich festgestellt, dass etwas nicht stimmt. Ich habe mit der Schwangerschaftsehr viel zugenommen (32 Kilo, Schwangerschaftsdiabetis wurde ausgeschlossen) und habe deshalb nach der Stillzeit auf eine GLYX Diät umgestellt. Mit der Diät wurde mir bewusst, welche Ruhe in meinem Körper herrschen kann. Blähungen, Verdauung, Schlaf, mein allgemeiner Zustand hat sich durch die GLYX Diät ernorm verändert und es fühlte sich so gut an, dass ich wissen wollte, woran das liegt. Leider hat es Jahre gedauert, bis ich endlich herausgefunden habe, was der Grund dafür ist.

  4. Worauf musst du im Alltag ganz konkret verzichten wg. deiner Fructoseintoleranz?Lebensmittel, die Fruchtzucker enthalten stehen auf meiner roten Liste. Das ist natürlich Obst, Säfte und alle Produkte, die Obst enthalten wie beispielsweise Marmeladen, Fruchtjogurt, Müslimischungen. Sämtliche süße Backwaren, Süßigkeiten und auch die meisten Chips fallen kategorisch aus.Was die wenigsten aber wissen, auch Alkohol, Gemüse, Knoblauch, Agavendicksaft, Honig und ganz normaler Haushaltszucker enthalten Fructose. Es gibt sehr wenige verarbeitete Lebensmittel, die keinen Fruchtzucker enthalten, da meist Haushaltszucker oder vermeintlich gesünderer Honig zugemischt wird. Zudem werden Fertigprodukte gerne gezielt mit Fructose angereichert, weil diese süßer ist als normaler Haushaltszucker.Bei Fructoseintoleranz gilt es, die richtige Balance für seinen Körper zu finden. Man muss individuell herausfinden, wieviel Fruchtzucker am Tag man verträgt.Auf verarbeitete Lebensmittel versuche ich komplett zu verzichten. Auch Geschmacksverstärker stehen auf meiner persönlichen roten Liste.

  5. Wie hast du dich in der Schwangerschaft ernährt? Anders als davor bzw. danach und wenn ja, was hast du anders gemacht und wieso? Wenn du nichts anders gemacht hast, bitte auch schreiben, wieso du dich dazu entschieden hast. Hat sich die Fructoseintoleranz damals schon bemerkbar gemacht und wenn ja, wie? In meiner ersten Schwangerschaft (Jan-Okt 2008) habe ich mich auf meine Ärztin sowie auf meine Mutter verlassen. Beide haben mir gesagt, ich soll es mir gut gehen lassen, die paar Kilos habe ich nach der Schwangerschaft schnell wieder weg. Damit habe ich bei einer Körpergröße von 176 cm 32 Kilo zugenommen, die ich leider nur sehr zäh wieder los bekommen habe. Ich habe daher nach der Stillzeit eine GLYX Diät begonnen, in der mir klar wurde, dass an meiner Ernährung etwas nicht stimmen kann. Ich hatte eine geregelte Verdauung, reinere Haut, ich war unglaublich wach und munter, es ging mir rundum gut. Unbewusst hatte ich durch die GLYX Diät den Fruchtzuckerkonsum eingeschränkt, was meinem Allgemeinzustand gut getan hat.Ich wurde bald darauf wieder schwanger (Juli 2009-März 2010) und bin mit 6 Kilo mehr als in der ersten Schwangerschaft gestartet. Das GLYX Prinzip habe ich versucht auch in der 2. Schwangerschaft beizubehalten. Damit habe ich „nur“ 26 Kilo zugenommen.Trotz allem hatte ich als mein zweiter Sohn 1 Jahr alt war (2011) immer noch 12 Kilo mehr als zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft (2008) auf den Rippen. Daher habe ich zu härteren Mitteln gegriffen und eine Metabolic Balance Diät gemacht. Innerhalb von 8 Wochen habe ich damit 10 Kilo abgenommen. Dieses Gewicht halte ich nun seit 8 Jahren mehr oder weniger konstant. Auch in der Metabolic Balance Zeit habe ich mich unglaublich wohl gefühlt und wieder diese Ruhe in meinem Körper festgestellt. Bei der Metabolic Balance Diät wurde in meinem individuellem Speiseplan das Obst fast komplett eliminiert. Es stand auch nur Gemüse mit sehr geringem Fruchtzuckergehalt auf dem Programm und natürlich gab es keine (frucht-)zuckerhaltigen Süßigkeiten. Das erklärt mir heute, warum es mir mit MB so gut ging.

    Beide Ernährungsumstellungen haben mir gezeigt, dass da etwas sein muss, was meinem Magen und meinem Darm Probleme bereitete. Deshalb habe ich mich auf eine lange Suche gemacht. Letztendlich hat es 8 Jahre gedauert, bis ich endlich auf die Lösung gekommen bin.


  6. Inwiefern hat dich dein Arzt bzgl. Ernährung in der Schwangerschaft beraten? Ist ein Arzt in deinen Augen der richtige Ansprechpartner für das Thema oder hast du dich an jemand anderen gewendet? Wenn ja/ nein, wieso?

    Natürlich habe ich in den Schwangerschaften auf alles verzichtet, was einem von Ärzten 2008 empfohlen wurde: rohes Fleisch, roher Fisch, rohe Milchprodukte, Alkohol, rauchen (ich bin Nichtraucher).
    Zusätzlich habe ich mich hier nicht von diversen Meinungen verrückt machen lassen. Von meiner Fructoseintoleranz wusste ich damals noch nichts, deshalb konnte ich nicht gezielt darauf eingehen. Die Suche nach dem Grund für meine Ernährungsbeschwerden begann erst nach meinen Schwangerschaften.Ich habe als erstes mit meiner Frauenärztin darüber geredet. Aber mehr als ein „da haben sie vermutlich recht, das sollten sie untersuchen lassen“ habe ich von ihr nicht zu hören bekommen. Ich habe Blutuntersuchungen machen lassen, ich war bei meinem Hausarzt und habe gefragt, ob er wüsste, was die Ursache meiner Beschwerden sein könnte. Abgesehen davon, dass er von Metabolic Balance keine gute Meinung hatte, meinte er es wäre normal, das man nach ein paar Gummibärchen Kreislaufprobleme hätte. Er hat mir zwar eine Überweisung zum Gastrologen mitgegben, aber ich war schlichtweg überfordert, den nächsten Schritt zu tun. Dazu kam, dass mir von mehreren Seiten immer das Gefühl gegeben wurde, ich würde mir das alles nur einbilden. Das hat mich gehemmt.

    Ausschlaggebend war letztendlich eine Gastritis, die ich aus dem Sommerurlaub 2017 mitgebracht hatte. Täglich süßes Frühstück, viele Süßigkeiten und der tägliche Cidre haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich konnte nur noch Haferschleim essen ohne Schmerzen zu haben. Damit habe ich dann endlich den inzwischen fünften Hausarzt überzeugt, dass etwas nicht in Ordnung ist.

    Deshalb ein klares Nein von mir! Ärzte sind mit einer Fructoseintoleranz völlig überfordert. Die Fructoseintoleranz ist zu wenig bekannt und vor allen Dingen sehr, sehr individuell. Der Grad wie auch die Symptome sind schwer zu definieren. Ein normaler Mensch verträgt ungefähr 30g Fruchtzucker ohne Probleme, danach zeigt er auch fructoseintolerante Beschwerden. Als fructoseintolerant gilt man, wenn man weniger als 10g Fruchtzucker verträgt. Danach ist es der individuelle Grenzwert, den man herausfinden muss, um beschwerdefrei zu leben.

    Leider muss ich auch sagen, dass viele Ernährungsberater mit der Fructoseintoleranz überfordert sind. Selbst ein sehr guter Ernährungscoach kann einem bei der Fructoseintoleranz nur begleiten und beraten. Das Patentrezept gibt es nicht, da die Fructoseintoleranz wie gesagt sehr individuell ist.


  1. Wie regelmäßig hast du deine Blutwerte überprüfen lassen? Ist/ war dir das wichtig und wenn ja/ nein, wieso?

    Ich habe die normalen Blutuntersuchungen machen lassen, die in einer Schwangerschaft üblich sind. Hierbei habe ich mich komplett auf meine Ärztin verlassen und mich nicht von anderen verrückt machen lassen.


  2. Hattest du während deiner Schwangerschaft Mangelerscheinungen und wenn ja, welche Nährstoffe haben gefehlt? Wie hast du den Mangel behoben – in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder einer Umstellung der Ernährung? Wie würdest du bei einer erneuten Schwangerschaft mit der Thematik „Mangelerscheinungen“ umgehen – sind die durch die Fructoseintoleranz wahrscheinlicher und wie kann man sie kompensieren?

    Meines Wissens wird standardmäßig nur der Eisenwert überprüft. Dieser war bei mir immer im unteren Bereich, aber gerade noch in Ordnung. Was aus meiner Sicht aber nicht mit der Fructoseintoleranz zusammen hing.Heute weiß ich, dass Fructoseintolerante häufig auch einen Folsäure- oder Zinkmangel haben. Da einem in der Schwangerschaft auch als „Tolerante“ empfohlen wird, Folsäure zusätzlich zu sich zu nehmen, würde ich eventuell die Dosis erhöhen. Aber hier würde ich auf alle Fälle mit meiner Frauenärztin und meinem Zahnarzt sprechen. Dem Zahnarzt deshalb, weil die Folsäure im Mutterleib einen Einfluss bei der Bildung der Milchzähne in Mutterleib hat. Ich meine mich zu erinnern, dass diese in einer bestimmten Schwangerschaftswoche angelegt werden und hierauf der Folsäuregehalt im Mutterleib einen Einfluss hat. Auch zu viel Folsäure kann dabei schädlich sein.
    Da der Zinkhaushalt einen Einfluss auf die Immunabwehr hat, würde ich hierbei ebenfalls auf die richtige Dosis achten, da selbst die kleinste Erkältung in der Schwangerschaft sehr nervig werden kann (sämtliche Erkältungsmedikamente sind in der Schwangerschaft nicht erlaubt!). Aber auch hier empfehle ich eine Rücksprache mit dem Arzt!


  3. Hast du dich vor oder während deiner Schwangerschaft mit dem Thema Ernährung während der Schwangerschaft auseinandergesetzt? Wenn ja/ nein, wieso? Wenn ja, wo und wie hast du dich dazu informiert?

    Vor der ersten Schwangerschaft habe ich gegessen, wonach mir gerade war. Ich habe darauf geachtet, dass mein Gewicht irgendwie konstant bleibt. Wurde es mehr, habe ich weniger gegessen, mehr Sport getrieben. Auf weniger Essen und mehr Sport habe ich in der Schwangerschaft dann aber verzichtet, was meine enorme Gewichtszunahme auch irgendwie erklärt.Aufgrund der großen Gewichtszunahme in meiner ersten Schwangerschaft habe ich versucht, in der zweiten Schwangerschaft wenig zuzunehmen, was leider auch mit einer bewussteren Ernährung nicht geklappt hat.


  4. Ist es möglich auch als Fructoseintolerante eine gute Schwangerschaft zu haben?

    Wer schon vor der Schwangerschaft weiß, dass er fructoseintolerant ist und sich mit der Thematik befasst hat, kennt seinen Körper und weiß, was er verträgt.


  5. Hattest du während deiner Schwangerschaft ausgefallene „Gelüste“ und wenn ja, welche? Bist du diesen Gelüsten immer nachgekommen und wenn ja/ nein, wieso?

    Nein, diesen Mythos konnte ich nie nachvollziehen.Ich hatte nur immer etwas zu essen dabei, da von jetzt auf gleich mein Blutzuckerspiegel enorm gesunken ist und ich Kreislaufprobleme bekommen habe. Im Nachhinein gesehen lag das vielleicht an der Fructoseintoleranz. Da ich wegen des niedrigen Blutzuckerspiegels öfter gegessen habe, habe ich  natürlich auch mehr zugenommen.Seitdem ich mich fructosearm ernähre habe ich keine Kreislaufproblem oder Unterzuckerung mehr. Beides kenne ich auch aus nichtschwangeren Tagen.


  6. Wie viel hast du in der Schwangerschaft zugenommen?

    Leider einmal 32 Kilo und einmal 26 Kilo.


  7. Würdest du bei einer erneuten Schwangerschaft etwas anders machen in Sachen Ernährung? Wenn ja/ nein, wieso?

    Ich würde mich genauso fructosearm ernähren, wie im heutigen Alltag auch, weil es mir damit besser geht.


  8. Gibt es Vorurteile (von dir oder Außenstehenden) bzgl. deiner Fructoseintoleranz für den Fall, dass du nochmal schwanger wirst? Wenn ja welche und wirst du damit umgehen?

    Ich kenne keine. Da die Fructoseintoleranz aber auch sehr unbekannt ist, hat nicht Hinz und Kunz eine eigene Meinung dazu. Das ist manchmal auch von Vorteil 😉


  9. Was ist dein Rat in Sachen Ernährung für alle Schwangeren mit Fructoseintoleranz da draußen?

    Grundsätzlich ist eine erworbene Fructoseintoleranz aus meiner Sicht nichts Schlechtes für das ungeborene Kind. Eher im Gegenteil. Die Mutter achtet automatisch auf weniger Zucker und verzichtet auf Fertigprodukte. Mangelerscheinungen würde ich auf alle Fälle beim Arzt überprüfen lassen.Sollte die Mutter eine angeborene Fructoseintoleranz haben, würde ich empfehlen auch das Kind auf Fructoseintoleranz testen zu lassen.

    Da bei einer Fructoseunverträglichkeit oft auch eine Lactoseunverträglichkeit der Mutter einhergeht, würde ich in diesem Fall nicht ausschließen, dass auch das Baby lactoseintolerant ist. Viele schlaflose Nächte mit Blähungen, Neurodermitis und noch viel mehr können vermieden werden, wenn man weiß, dass das Kind lactoseintolerant ist. Deshalb würde ich mein Kind auf alle Fälle auf Lactoseunverträglichkeit untersuchen lassen.


Die Befragung  hat Chefredakteurin Tatjana Gartner vom Face2Face Magazin im Dezember 2018 durchgeführt. Gerne habe ich daran teilgenommen und bin schon gespannt auf den Artikel der heute auf www.face2face-magazin.de veröffentlicht wird!

Fructoseintoleranz Schwangerschaft
 

Das war damals… Mai 2009 mit meinem zweiten Sohn…

 

Lasst es euch wie immer fructosearm gut gehen!
Eure
sabine fructoseintoleranz kl

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